Komşu e.V. Konzeption
 
UNSERE KITA STELLT SICH VOR
 
BESCHREIBUNG DER EINRICHTUNG
ZUR GESCHICHTE VON KOMSU
     
    VORAUSSETZUNGEN UND
PÄDAGOGISCHE ZIELSETZUNG
   
  WELCHE RECHTE HAT DAS KIND
  IN UNSERER EINRICHTUNG ?
  WORIN SEHEN WIR UNSERE ROLLE
  ALS PÄDAGOGEN/INNEN?
  WELCHEN STELLENWERT HAT FÜR UNS DIE
  PÄDAGOGISCHE ARBEIT IN DER KITA?
     
    PÄDAGOGISCHE SCHWERPUNKTE
   
  INTERKULTURELLE ERZIEHUNG
  ZWEISPRACHIGE ERZIEHUNG
  DIE BEDEUTUNG DES SPIELS
     
    BILDUNGSBEREICHE
   
  KÖRPER UND BEWEGUNG
  MATHEMATISCHE GRUNDERFAHRUNGEN
     
    KONZEPTION DER GRUPPEN
   
  KLEINKINDGRUPPE
  ALTERSSTUFE 4-6 Jahre
     
    ZUSAMMENARBEIT MIT ELTERN
   
  WIE GESTALTEN WIR DIE
  ZUSAMMENARBEIT MIT DEN ELTERN
  WELCHE MÖGLICHKEITEN DER
  EINFLUßNAHME HABEN DIE ELTERN?
     
    DIE ZUSAMMENARBEIT IM TEAM
   
  AUFGABEN DER LEITUNG/ GESCHÄFTSFÜHRUNG
  FORMEN DER ZUSAMMENARBEIT IM TEAM
  ZUSAMMENARBEIT MIT DEN PRAKTIKANT/INN/EN
     
    ANHANG
   
  STATISTIK
  ZUR ENTSTEHUNG DER KONZEPTION
PÄDAGOGISCHE SCHWERPUNKTE
 
ZWEISPRACHIGE ERZIEHUNG
 

Die Sprache ist ein wichtiger Träger bei der Vermittlung kultureller Inhalte, zum Schlüssel des Welt und Selbstverständnisses. Manche Sachverhalte lassen sich in der Muttersprache einfach besser vermitteln. Für die emotionale Entwicklung und das Selbstwertgefühl der Kinder ist es von großer Bedeutung zu wissen, dass ihre Muttersprache in der Kita nicht ausgeklammert wird, dass sie beispielsweise auch erleben, dass sich Erzieherin und Eltern in ihrer Muttersprache unterhalten können.
Wichtig für die zweisprachige Erziehung sind nicht nur die sprachliche Kommunikation zwischen Erzieher/in und Kind, sondern auch die zwei oder mehrsprachigen Kommunikationsprozesse des gesamten Umfeldes.

Die Tatsache, dass in der Einrichtung mehrere Sprachen gesprochen werden, führt nun keineswegs zu einem völligen Durcheinander. In der Regel sind die Beteiligten daran interessiert, zu verstehen bzw. verstanden zu werden.
Insofern einigt man sich im Beisein von deutschsprachigen Gesprächspartnern auf den Gebrauch der deutschen Sprache. Interessanterweise funktioniert dies nicht nur bei den Erwachsenen. Wir beobachten auch schon bei dreijährigen, muttersprachlich türkischen Kindern, dass sie in einer Unterhaltung von der türkischen in die deutsche Sprache wechseln, wenn ein deutschsprachiges Kind dazukommt.


In jeder Gruppe arbeitet ein/e erstsprachlich deutsche/r und ein/e zweisprachige Pädagogin oder Pädagoge. In unserer Einrichtung werden im Alltag die deutsche und die türkische Sprache nebeneinander gesprochen.

Das Grundprinzip der zweisprachigen Erziehung wird in unseren Kleinkindgruppen soweit wie möglich angewendet, in den Gruppen der älteren Kinder gewinnt die deutsche Sprache zunehmend an Bedeutung.

Das Angebot der türkischen Sprache bleibt jedoch in jeder Altersgruppe bestehen und wird auch genutzt. Beide Sprachen sind Bestandteil des Alltags, der Atmosphäre in unserer Kita.

 
In den Kleinkindgruppen  (1 bis 4 Jahre)

Die Kinder kommen in der Regel im Alter zwischen 1 und 2 ½ Jahren in unsere Einrichtung. Sie befinden sich am Anfang ihrer Sprachentwicklung und sind in der Regel nur mit ihrer Erstsprache vertraut.

Die/der erstsprachlich deutsche Pädagogin oder Pädagoge spricht mit allen Kindern deutsch, die/der erstsprachlich türkische Pädagogin oder Pädagoge spricht mit den erstsprachlich türkischen Kindern und Kindern, deren Eltern dies wünschen, türkisch.

Gerade die Eingewöhnungsphase in die neue und erstmal fremde Umgebung wird für die erstsprachlich türkischen Kinder erheblich erleichtert, da man mit ihnen in der vertrauten Sprache spricht, in der sie sich verstanden fühlen. Sie haben eine erstsprachliche Bezugsperson, welche ihnen die Möglichkeit gibt, ihre Erstsprache Türkisch zu pflegen und zu entwickeln. Parallel dazu wird die Zweitsprache Deutsch mit der deutschen pädagogischen Fachkraft und den deutschen Kindern entwickelt und gefördert.

Ein wichtiger Aspekt der zweisprachigen Erziehung ist es, dass sowohl den erstsprachlich deutschen als auch erstsprachlich türkischen Kindern von frühem Alter an vermittelt wird, dass es unterschiedliche Kulturen mit unterschiedlichen Erstsprachen gibt und alle Sprachen einen gleichwertigen Stellenwert in der Einrichtung haben. Auf diese Weise wird den Kindern vermittelt, dass es eine Bereicherung ist, zwei Sprachen sprechen und verstehen zu können.

Die Vermittlung von Projekten und Spielen geschieht erst in einer Sprache und wird nach Bedarf übersetzt. Hilfreich ist es, über ein umfassendes Repertoire an Büchern und Liedern in mehreren Sprachen zu verfügen.

Das Prinzip "Eine Person- eine Sprache", wird in unserer Einrichtung nicht praktiziert. Die Kinder entscheiden in welcher Sprache sie kommunizieren möchten. Wir achten darauf, dass die Sprachen situationsbezogen einzusetzt werden. Die türkischsprachige Kollegin wechselt also häufig die Sprache. Wichtig ist es, dass sie nicht willkürlich zwischen Deutsch und Türkisch wechselt. Sie sollte versuchen, möglichst bei einer Sprache zu bleiben.

Einen festen Bestandteil des Alltags bilden folgende Rituale:

Beim Morgenkreis begrüßt sich die Gruppe mit einem Lied in der deutschen und türkischen Sprache.
Wir wünschen uns vor dem Mittagessen guten Appetit in allen in der Gruppe vorhandenen Sprachen



  In den Gruppen der Älteren Kinder   (4 bis 6 Jahre)


Wenn die Kinder in die Gruppen der älteren Kinder wechseln, sind sie in der Regel drei bis vier Jahre alt.
Sie kommen mit individuellen Voraussetzungen was ihr Lerntempo und ihre Sprachentwicklung angeht in den neuen Gruppen an.

In der Regel steigt der aktive Wortschatz ab Mitte des dritten Lebensjahres auf mehr als 300 Wörtern an.

Das Kind verwendet Nomen (Hauptwörter),
Verben (Tuwörter), Adjektive (Wiewörter) und Adverbien.
Es beginnt zunehmend Artikel (der, die, das, ein, eine) sowie
Personalpronomen wie „ich, du, mein“ zu verwenden.

Durch ihre sprachlichen und motorischen Handlungen erfahren die Kinder mit zunehmendem Alter immer mehr, dass sie durch ihr Tun eine Wirkung in der Welt erzielen können. Die Kinder kommunizieren vermehrt mit den anderen Kindern der Gruppe und wenden dabei ihre erworbenen sprachlichen Fähigkeiten immer differenzierter an. Die Kinder können nun vermehrt im Spiel über die Dinge kommunizieren, die nur in ihrer Vorstellung existieren.

Es ist zu beobachten, dass die die erstsprachlich türkischen Kinder im Laufe der nächsten zwei Jahre innerhalb ihrer Kindergruppe tendenziell immer mehr Deutsch sprechen. Gegenüber den Erwachsenen entscheiden die Kinder mit ihrer eigenen Sprachwahl, in welcher Sprache mit ihnen gesprochen werden soll.

In unseren drei Gruppen der älteren Kinder werden die Vorläuferfähigkeiten des Lesens und Schreibens, sowie ein phonologisches Bewusstsein erlernt. In den Gruppen bekommen die Kinder Erfahrungen mit verschiedenen Erscheinungsformen von Lese-, Erzähl- und Schriftkultur (Literacy-Kultur). Vor allem der Umgang mit Büchern und Texten (Vorlesen und Erzählen) und die daran anknüpfenden Gespräche sind für den Erwerb der schriftsprachlichen Kompetenzen bedeutsam. Der Begriff Schriftspracherwerb /Literacy umfasst das Lesen- und Schreibenlernen bzw. das Erlernen der Schriftsprache. Diese Fähigkeiten werden gewöhnlich im Grundschulalter erlernt.

Ein täglicher Mittagskreis, der die Geschehnisse des Tages in der Gruppe wiedergibt, fördert das freie Sprechen vor der Gruppe und gibt den Kindern die Möglichkeit das Erlebte und ihre Gefühle in der Gruppe zu benennen.

Die alltagsintegrierte Sprachförderung unserer Gruppen zeichnet sich dadurch aus, dass die aktuellen Interessen, Bedürfnisse und Kompetenzen der Kinder zum Bezugspunkt der Arbeit erklärt werden. Die Unterschiede der Kinder in ihrer individuellen Entwicklung werden berücksichtigt. Dies bedeutet, dass die Ansatzpunkte zur Sprachförderung von Kind zu Kind unterschiedlich sind.

In den Gruppen der älteren Kinder setzt sich der interkulturelle Umgang mit Sprache fort. Die Wertschätzung aller Sprachen wird von uns im Alltag angewandt. Unsere positive Haltung gegenüber Zweisprachigkeit ist von dem Bewusstsein geprägt, dass zweisprachig aufwachsende Kinder beide Sprachen benötigen, um in ihrer zweisprachigen Lebenswelt handlungsfähig sein zu können. Sprachliche Vielfalt wird als Bereicherung, nicht als Problem wahrgenommen.

Mit dem Rucksackprojekt praktizieren wir als Kita die Einbeziehung der Mehrsprachigkeit in die Praxis der Kita und fördert die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Eltern der Kinder. Dem Projekt liegt ein Konzept zur Sprachförderung und Elternbildung im Elementarbereich zugrunde. Mütter und Erzieher/innen werden Partner für die Sprachförderung der Kinder. (http://www.komsu-kinder.de/rucksack.html.)

 
Komsu e.V.   Paul-Lincke-Ufer 12/13 10999 Berlin    Tel.: 030/22503041     komsu@web.de